UL-Ausflug Alpen 2022

Der Alpenraum, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2022. 

 

Schöner Alpenblick im Sonnenschein


Eine kleine Gruppe unerschrockener Ultraleichtflieger macht sich mit zwei ULs auf den Weg, unbekannte Flugplätze zu erforschen. Ein stabiles Hochdruckgebiet erleichtert die Entscheidung: Kein Fön, keine Wolken, zwei einsatzbereite Maschinen ZF und ZD.Am Samstag, den 26. März geht es nach Kempten zum Basislager auf 2.340 Fuß. Mit Hilfe der Vorbereitung von Armin wird nachmittags die „kleine“ Alpentour in Angriff genommen: Von der Zugspitze bis zum Bodensee quer durch die Nordalpen. Dauer: gut 1,5 h.Das Team „Niedrig und Schnell“ Heiko und Falk erforscht die niedrigen Höhen, das Team „Hoch und langsam“ Anett und Frank testen das 80 PS-UL bis 11.500 Fuß. Die Luft wird kalt, der Puls und die Motortemperatur steigen, aber Höhe ist Sicherheit. Nach einer halben Stunde ist die Gipfelhöhe mit der ZF erreicht und wir genießen einen traumhaften Blick über den Arlberg-Pass und gleiten langsam über Feldkirch und Bregenz zum Bodensee. 

 

Blick aus D-MMZD in den Alpen

 

See


Nach der Akklimatisierung im Basislager folgt am zweiten Tag die Überquerung der Alpen: Unser Ziel ist Bozen in den Südalpen. Die Vorgabe der Expeditionsleitung von Heiko lautet: Keiner darf höher als 6.500 ft fliegen! Mittels der Gafor-Brenner-Route fliegen wir in die Alpen ein, erhalten die Freigabe zum Queren der Kontrollzone Innsbruck mit unerforschten Meldepunkten (India), dürfen das Gebiet aber zum Glück über Sierra und Brenner wieder verlassen. Dann sind wir in der „Todeszone“ 😊: Keine Funkverbindung, enge Täler, starke Thermik. Aber die Navigation funktioniert: Wir finden die richtigen Abzweigungen (na gut, das Navi-System sagt uns, wo es langgeht) und bilden eine Landeformation für Bozen, um den englischen Funkherausforderungen gemeinsam zu begegnen. Der Turm in Bozen ist sehr spät zu empfangen, aber die erste Maschine erhält eine Landegenehmigung.


Bolzano Airfield


Trotz des fassungslosen Controllers sind die beiden Maschinen sicher gelandet und auf der Piste zur Parkposition mit dem Follow-Me-Car zurückgerollt. Bozen hat eine traumhafte Piste, allerdings von Schildbürgern gebaut: Der Abzweig zum Tower nach Landung auf 19 ist nur mit Backtrack zu erreichen, der dann den nachfolgenden Verkehr blockiert. Nach der Landung der beiden UL kommen als freudige Überraschung Natalie und Renate mit einer Aquila direkt aus Mainz nach Bozen und erhalten nach dem zweiten, Backtrack-bedingten Durchstarten eine Landeerlaubnis.

 

D-EQBK auf dem Weg nach Bolzano

 

Nach den Einreiseformalitäten fahren wir nach Bozen und genießen lecker Essen, Eis und Kaffee. 

 

Das obligatorische Gruppenfoto

 

Wir fliegen abends mit neu gemischter Besatzung zurück. 

 

Rückflug

 

Heiko und Frank fliegen voraus und versuchen mit der FK9, schneller als die WT9 in Kempten anzukommen. Das gelingt nur mit Tricks: Unbeabsichtigtes Löschen des Flugplans durch den Controller und Anweisung zum Holding in Innsbruck. Nach der Ankunft in Kempten streikt die Batterie der WT9, aber Falk kennt sich aus und bekommt vom freundlichen Verein in Kempten ein Ladegerät ausgeliehen. Zum Glück funktioniert das Aufladen über Nacht und die Maschine startet wieder problemlos.Jetzt sind wir Montag bereit für Zell am See: Nach Erreichen des Meldepunkts "Lake" über dem See fliegen wir direkt am Berg und neben dem Gleitschirmlandeplatz vorbei auf die Piste. Heiko checkt in der Platzrunde den optischen Zustand der Skipiste, passt alles.

 

Skipiste

 

Die Strecke vom Flugplatz nach Zell am See legen wir ohne Sauerstoff und nur mit leichtem Gepäck zurück und erreichen das Ziel nach 40 min Fußmarsch. Die Belohnung sind leckere Süßspeisen wie Strudel und Germknödel. Auf dem Rückflug nehmen wir noch als Zwischenlandung St. Johann mit und reiten neben dem Wilden Kaiser in die Abendsonne…

 

Wunderschönes Wetter


Der Rückreisetag ist nicht mehr ganz so aufregend: Ein ruhiger Flug ist problemlos trotz aufziehender Schichtbewölkung möglich, nur im letzten Teil liegt die Fernsicht durch Saharastaub oder Feuchtigkeit bei 20 km. 

 

Rückflug nach Mainz

 

Die ZF erreicht beachtliche, Flight-Radar überwachte 196 km/h im Sinkflug. Glücklich und zufrieden landen wir in Mainz, Falk lädt auch noch Heikos Autobatterie auf und verdient sich einen Extra-Orden als Batterieflüsterer. Schön war’s! Aufregend war’s!