Elektroflug

 

Song Electro zeigte, was er kann

 

Am 3. November hob der Song Electro des tschechischen Herstellers Songairplane auf der Graspiste 26 zu einem Vorführflug für Pilotinnen und Piloten des Luftfahrtverein Mainz ab.

Als Demopilot Martin Steffen den Leistungshebel nach vorn schob und Strom gab, beschleunigte der winzige Elektromotor mit einer Leistung von 20 kW das leichte Luftsportgerät mit einem Leergewicht von lediglich 119,9 kg so kraftvoll, so dass der Song nach rund 100 m abhob. In der Luft beeindruckte der Elektroflieger, der mit Druckpropeller und zwei Leitwerksträgern ein unverwechselbares Flugbild abgibt, durch seine gute Steigleistung und ultraleise Vorbeiflüge im Teillastbereich. Konstruktive Glanzlichter des Tiefdeckers mit 11,20 m Spannweite sind neben dem Elektroantrieb die freitragende Bauweise aus Kohlefaserkunststoff und ein Faltpropeller, der im Segelflug den Luftwiderstand vermindert. Das kleine Elektroflugzeug wird bereits in Serie gebaut und kann in Deutschland mit der Lizenz für leichte Luftsportgeräte, Leichtflugzeuge mit einem Leergewicht von weniger als 120 kg, geflogen werden. Die Klasse der leichten Luftsportgeräte ist weitgehend dereguliert, so liegt es in der Zuständigkeit der Piloten, ihre Flugtauglichkeit zu überwachen. Wahlweise können leichte Luftsportgeräte wie Ultraleichtflugzeuge mit einer Delta Mike-Kennung betrieben werden oder mit einem möglichst einprägsamen Namen als Rufzeichen. Für den Elektroflugbeauftragten des LfV Mainz, Hans Brüning, der mit seinem am Flugplatz ansässigen Unternehmen Aviamobil zu der Demonstration eingeladen hatte, ist ein praxistaugliches Elektroflugzeug vor allem ein wichtiger Schritt zum Gesamtsystem Elektroflug, zu dem der grüne Flugplatz gehört, auf dem regenerativ Strom zum Laden der Batterien von Elektroflugzeugen erzeugt wird. Damit ist der Flugbetrieb CO2-neutral. Der Vorsitzende des Luftfahrtvereins Mainz, Hans Griebling, sieht im Elektroflug die Chance auf einen immer umweltverträglicheren Flugsport. „Der Flugplatz Mainz ist ein Stück leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur. Zugleich ist der Platz schon heute mit seinem Naturschutzgebiet und zahlreichen Maßnahmen zum Umweltschutz, vom Start der Segelflugzeuge an der lautlosen Elektrowinde über eine Vielzahl an Schallschutzmaßnahmen bis hin zur Beweidung der Grasflächen durch Schafe, Schrittmacher für einen nachhaltigen Flugbetrieb“, sagt Griebling. „Der Elektroflug kann nochmals eine Verbesserung des Schallschutzes ermöglichen und gleichzeitig dem Luftsport neue Entwicklungschancen geben. Am Thema Elektroflug bleiben wir dran.“

 

 

 

AK